Heimatgeschichte und Genealogie

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Heimatgeschichte und Heimatgeschichtsschreibung heute - 2010
  Grundlage der Heimatliebe ist Heimatgeschichtsschreibung. Heimatgeschichte ist nicht nur ein Sachgebiet der Heimatpflege neben anderen, wie dem Umwelt- und Denkmalschutz oder der Volkskunde, sondern die Grundlage aller heimatpflegerischen Tätigkeiten. Heimatliche Identität, die subjektive Bestimmung des heimatlichen Raumes, beruht auf historisch gewachsenen Verhältnissen.
  Im Zuge der Industrialisierung während des 19. Jahrhunderts und damit einhergehender starker Bautätigkeit drohten Flurnamen und Denkmäler, Bodenfunde und heimatgeschichtliche Erinnerungen allmählich zu verschwinden.

Beispiel 1:

Schnurgasse oder Schnurrgasse?
Nach dem Bayerisches Straßen- und Wegegesetz können die Gemeinden den öffentlichen Straßen Namen geben.
Die Stadt Treuchtlingen hat in den 1980er Jahren den ehemaligen fortlaufende Hausnummern eine Straßennamen gegeben, die "Schurgasse".
   

Wie im Urkataster des Ortes Möhren aus dem Jahre 1820 und dem Kataster von 1951 zu sehen ist, hat die Straße bereits einen Namen gehabt,

   

                                die "Schnurrgasse".

   
   

    In einer Beschreibung aus dem Jahre 1834 steht:
    "1707 wurden die 6 Juden-Familien, welche in der sogenannten Schnurrgasse Häuser besaßen, ausgeschafft."
    Die Schnurrgasse hat Ihren Namen von "Schnorrer". Im Bayerischen Wörterbuch von 1836 steht:
    schnurren, Franken schnorren, d.) mit Singen, Musizieren und anderen handlosen Künsten nach milden Gaben umherziehen, vulgo betteln. "Was bey Verheiratung einer Judentochter für sie zusammengebettelt und erschnurrt worden, ist nachsteuerfrei".
    Damit dürfte die Herkunft des Straßennamens "Schnurrgasse" eindeutig und unmissverständlich geklärt sein - der Name "Schnurgasse" ist falsch!
   
Auch Google-Maps und Navigationssysteme kennen dann nur die Schnurgasse.

 

Hieran erkennen Sie die Wichtigkeit eines Heimatbuch oder einer Häuserbeschreibung!

 
     
    Beispiel 2:
    Lämmer- oder Dämmerberg?
    1907
   

1961

    2009
     
    In der drei Karten wird der Lämmerberg auch als Dämmerberg dargestellt.
    Tatsächlich dürfte es sich dabei um den Flurnamen "Lämmerberg" handeln, denn die großen Schafherden des Grafen wurde an den ausgedehnte Trockenrasenflächen gehütet.
     
    Es gibt natürlich auch positive Hinweise auf eine aktive und hervorzuhebende Orts-/Heimatgeschichtsschreibung, die Gemeinde Otting in Nordschwaben.
    Die Herausgabe des Heimatbuch "Otting im Spiegel seiner Geschichte" und die Neueröffnung der Bildausstellung im Rathaus.